Wie finde ich die perfekte Partnerin?

Dazu gibt es viele Meter Ratgeber­literatur. Seit einiger Zeit aber auch: ­einen dreistündigen Singlekursus in Berlin. Unser Autor lebt zwar glücklich mit seiner Freundin zusammen – findet aber, dass er hier vielleicht trotzdem etwas lernen kann. Und dann? Sitzt im Seminar neben ihm plötzlich eine Frau, die perfekt zu ihm zu passen scheint

Wie finde ich die perfekte Partnerin?

Meine Freundin blickt mich unverwandt an. „Du wirst was?“ – „Ich werde ein Singleseminar besuchen. Das ist ein Auftrag, ich muss was darüber schreiben.“ Ich versuche, die Sache kleinzureden. Das Ganze ein bisschen ins Lächerliche zu ziehen. Stine und ich sind seit drei Jahren ein Paar. Es läuft gut, wie ich finde. Gemeinsame Wohnung. Auch wenn ich vermutlich die Sorte Mann bin, die sich immer eine Hintertür offen lässt. „Vielleicht wird es ja auch ein bisschen Nachhilfe in Sachen Partnerschaft“, setze ich hinterher. Wieder ein Satz, der auf der Linie zwischen Wahrheit und Witz balanciert. Meine Freundin lächelt. Über Beziehungen zu reden ist schwierig. Vielleicht weil es – egal wie man’s dreht – mit einem selbst zu tun hat, den Macken und Schrammen. Warum also nicht mal ein Seminar besuchen?

„Wie ich einen Partner finde, der wirklich zu mir passt“ steht auf der Kurs­anmeldung der School of Life. Begründet wurde sie in London vom Schweizer ­Philosophen und Bestsellerautor Alain de Botton. In Berlin befindet sich seit 2008 einer von insgesamt zwölf Ablegern weltweit. Eine Art Volkshochschule 2.0, in der man beigebracht bekommt, was man an keiner Schule oder Uni lernt. Wie verstehe ich mich selbst besser? Wie erreiche ich mehr Ruhe und Zufriedenheit? Wie finde ich eine erfüllende Arbeit? Wie können Beziehungen wirklich gelingen? Und wie kann ich – wenn notwendig – die Welt verändern? Angewandtes Wissen für ein kompliziertes Leben.

18 Uhr 30. Treffen im Foyer eines Ladengeschäfts. Mitten in Prenzlauer Berg. Große Fensterfront, über dem Portal der Schule steht „Good Ideas for Everyday Life“. Fast hätte ich „Wife“ gelesen – sorry, ich bin anscheinend schon zu sehr im Thema. Vorn luftiger Büchershop mit Häppchen, Kerzen, Wein und Gummi­bärchen, im angrenzenden Seminarraum zwei halbmondartig aufgestellte Stuhlreihen für 25 Teilnehmer, davon 21 Frauen, ich bin einer von vier Männern. Die Atmosphäre ist ungezwungen, irgendwas zwischen Vernissage und exotischem Sprachkurs für Großstädter.

 

Den ganzen Text lesen Sie in CORD No.2, die am 23. Januar 2018 erscheint